Der Feigenbaum in der Bibel

Der Feigenbaum gehört zu den sieben Segnungen des Landes Israel (5. Mose 8, 8) und sein Ausschlagen kündigt den Beginn des Sommers an (Matthäus 24, 32). "Unter dem Feigenbaum" zu wohnen wird in der Bibel als Bild für ein Leben Israels in Frieden und Sicherheit verwendet (Micha 4, 4).

Schließlich ist der Feigenbaum auch ein Bild für das jüdische Volk selbst (Hosea 9, 10; Joel 1, 7). Gott erwählte Israel aus den Völkern zu seinem Eigentum und begann mit ihm seine Heilsgeschichte zu schreiben. Gottes Ziel ist, daß durch Israel Segen und Heil in die ganze Welt kommt.

Viele biblische Propheten kündigten die Zerstreuung des jüdischen Volkes und seine Sammlung im Land der Väter am Ende der Tage an. Jesus bezog sich in seiner Endzeitrede mit dem Gleichnis vom grünenden Feigenbaum (Lukas 21, 29-31) auf diese Wiederherstellung Israels als das Zeitzeichen für seine baldige Wiederkunft.

Seit rund 100 Jahren kehrt das jüdische Volk zurück ins Land Israel – nach zwei Jahrtausenden. Besonders seit der Gründung des Staates Israel 1948 ist dieses Zeichen der Treue Gottes zu seinem Volk unübersehbar. Deshalb kann heute jeder am wieder grünenden Feigenbaum Israel erkennen, daß Gott zu seinem Wort und zu der Erwählung Israels steht.

Dies fordert uns heraus, zu Israel und seinem Gott Stellung zu beziehen. Gott beurteilt uns Menschen auch nach unserer Haltung zu seinem Volk: "Gesegnet sei, wer dich (Israel) segnet, und verflucht, wer dich verflucht!" (4. Mose 24,9).

 

 

 

Juden & Christen

Im Lauf seiner 4000-jährigen Geschichte hatte das jüdische Volk selten Freunde an seiner Seite. Wie kein anderes Volk wurden Juden verachtet, verfolgt und vertrieben. Als im Dritten Reich 6 Millionen Juden ermordet wurden, stellte sich fast niemand an ihre Seite - auch nicht die Kirchen.

Leider war der christliche Antijudaismus Nährboden für Vorurteile und Lügen, die im Laufe der Geschichte zur Verachtung und Verfolgung der Juden geführt haben. Christliche Theologen haben die Bibel meist gegen die Juden interpretiert anstatt Gottes Wort zusammen mit Gottes Volk zu studieren. Und das, obwohl Paulus darauf hingewiesen hat, daß die Juden im Verständnis und Umgang mit Gottes Wort im Vorteil sind (Römer 3,1-3; Psalm 147,19-20). In dieser Hinsicht gibt es einen großen Nachholbedarf für Christen. Ein Beispiel greift der Artikel "Auge um Auge - ein jüdisch-biblisches Racheprinzip? (90kB)" auf.

Heute macht sich bei uns wieder Antisemitismus breit und im Nahen Osten versucht die islamische Welt eine erneute "Endlösung" zu verwirklichen. Und auch diesmal wendet sich die Welt von Israel ab oder versucht, bei diesem Konflikt "neutral" zu bleiben. Was bedeutet es für uns heute, wenn Gott Israel als "Sein Volk" und "Sein Land" bezeichnet? - Lassen wir uns herausfordern, unsere Beziehung zu Israel zu klären.